Film | Im Damenstift

Im Damenstift
Wir die Fräulein vom Schloss

Regie: Eberhard Fechner

Gräfinnen, Baroninnen, Freifrauen:
IM DAMENSTIFT
Wir die Fräulein vom Schloss

Auf Schloß Ehreshoven – eine halbe Stunde von Köln entfernt – leben 16 Gräfinnen, Baroninnen und Freifrauen im Alter von 76 bis 88 Jahren. Das Wasserschloss mit seinem alten Park wurde 1920 von der letzten Erbin als Stiftung vermacht. Unbemittelte, unverheiratete, adlige Damen katholischen Glaubens wird dort ein ruhiger, standesgemäßer Lebensabend ermöglicht, sofern ihre Familien im Gotha verzeichnet sind.

Die Erinnerungen der alten Damen spiegeln die deutsche Gesellschaft in Glanz und Elend vom Kaiserreich bis heute. Alle erzählen auch vom Verlust, vom Tod der Nächsten, dem Verlust der Heimat, dem Abschied von Landhäusern, Schlössern, vom Besitz. Sensibel aufgezeichnet treten diesem Kontext zugleich die Charakteristika des deutschen Adels zutage: Wenig Larmoyanz und Bitterkeit im Damenstift, allenfalls gefasste Resignation oder Melancholie. Über allem liegt eine Heiterkeit, die nicht nur Teil des antrainierten „comme il faut“ ist, sondern vor allem die abgeklärte Gelassenheit alter Menschen.

Mit:
Josephine Gräfin Deym
Jannet Gräfin Eltz geb. Stevenson
Sabine Gräfin Hardenberg
Nadine Freifrau von Korb-Weidenheim
Maria Freifrau von Korff
Ludwine Gräfin Magnis
Adelheid Gräfin Oppersdorff
Nathalie Freifrau de Pont
Gerda von Randow
Marie-Agnes Gräfin Strachwitz
Cäcilia Gräfin Westphalen
Hugoline Gräfin Westphalen
Marie- Louise von Zastrow
Benedikta von Papen.

Inhaltsübersicht

Kapitel
1. Eine adelige Kundschaft
2. Kindheit und Jugend
3. Ende der Aristokratie
4. Zeit des Nationalsolzialismus
5. Flucht und Vertreibung
6. Gesellschaftliches Miteinander
7. Alltag im Stift
8. Abspann

Credits
Buch: Eberhard Fechner
Regie: Eberhard Fechner

Produktionsland: D
Produktionsjahr: 1984
Pressestimmen

“Die Lebenserinnerungen von Zeitzeugen der beiden Weltkriege haben den 1992 verstorbenen Eberhard Fechner besonders interessiert. So hat er 1984 sechzehn hochbetagte adelige Damen interviewt, die zusammen in einem Stift leben.” SWR2

“Keiner beherrschte so wie er die Kunst, Zeitgeschichte quasi mit der Kamera „aufzuschreiben“: Eberhard Fechner (1926-1992) rekonstruierte minutiös individuelles Leben, um es in ein erhellendes Verhältnis mit „großer“ Geschichte zu setzen. Geduldig hörte er dabei den Menschen zu und fragte im richtigen Moment nach, um aus ihren Erinnerungen längst Verdrängtes, Verborgenes und auch Widersprüchliches hervorzulocken.
„Im Damenstift“ (1984) stellt ältere Frauen vor, die als Adelige in einer Welt aufwuchsen, als ihre Abkunft noch von großer Bedeutung war. Nun leben sie, die katholischen Glaubens sind, unverheiratet blieben und mittellos wurden, dank einer Stiftung Mitte der 1980er-Jahre in einem Schloss in der Nähe von Köln. Manches verbindet die stets fein gekleideten Gräfinnen, Baroninnen und Freifrauen vor der Kamera, vor allem die Erinnerung an eine Vergangenheit, die eine feste Struktur und Ordnung hatte.” Film Dienst

“Humorvoll berührende Doku!” Vogue

“Fechner ist der profilierteste Fernseh Regisseur in diesem Lande: ein sensibler Chronist, besessener Arbeiter, Erfinder eines filmischen Genres, für das bis heute keine erschöpfende Bezeichnung existiert. Seine Filme sind Montage, Interview, Augenzeugenbericht, Sozialreportage, Gespräch, Dialog, Essay – von allem ein wenig und viel mehr. Seine Lebensbeschreibungen in Bildern sind Literatur mit anderen Mitteln. Sie sind vor allem nicht einfach Dokumentation, denn das Dokumentarische daran besteht lediglich in authentischen Photos, Ton- und Filmaufnahmen.

Aus dem Material monatelang gesammelter Gespräche und Aussagen fügt Fechner in komplizierter Architektur und haarfeiner Seziertechnik ein Mosaik, das Zeitgeschichte und Biographien minuziös und kunstvoll verschränkt. Daß diese filmischen Kompositionen so oft als bloße „Dokumentationen“ mißverstanden worden sind, liegt am bestechend einfachen Erzählstil des Regisseurs – klar, unaffektiert, ohne das Pipapo künstlerischer Selbstbespiegelung." Die Zeit

“Sie sprechen vor der Kamera meist heiter und entspannt, gelegentlich auch melancholisch über persönliche Erfahrungen, Verluste und Abschiede, auch über die Privilegien des Adels. Sie spielen zusammen Karten, essen, beten und hören sich zu. Die 90 Minuten des Films vergehen wie im Fluge. Man wird einige der Damen, die alle nicht mehr am Leben sind, nicht so schnell vergessen.” Hans Helmut Prinzler

“Ihre Erinnerungen handeln von Verlust und Abschied, zeigen aber auch die deutsche Gesellschaft im Glan zund Elend vom Kaiserreich bis in die achtziger Jahre. An die Stelle von adliger Larmoyanz und Bitterkeit treten Resignation, Melancholie und Heiterkeit, die abgeklärte Gelassenheit alter Menschen.” NWZ

“Der Dokumentarfilm von Eberhard Fechner nimmt den Zuschauer tatsächlich mit in eine andere Zeit. Eine Zeit, in der die Erinnerungen an glanzvollere Tage mal mit Melancholie, mal mit einer ordentlichen Portion Selbstironie am Leben gehalten wurden.” SWR 2

“Fechner, das ist diesen Erzählungen anzumerken, war ein begnadeter Interviewer, er konnte Vertrauen schaffen und wurde mit Aufrichtigkeit belohnt. Keine Posen, keine Masken, kein Misstrauen und keine Angst schieben sich zwischen das Erlebte und die Schilderung; und begreiflich wird mit einem Male auch die Kraft, die der mündlichen Überlieferung als einer historiographischen Tradition innewohnt.” Berliner Zeitung

DVD
lieferbar
€ 14,90


Best. Nr.: 8019
ISBN: 978-3-8488-8019-5
EAN: 978-3-8488-8019-5
FSK: Infoprogramm

Länge: 0
Bild: PAL, Farbe, 4:3
Ton: Mono
Sprache: Deutsch
Regionalcode: codefree

Label: absolut MEDIEN/Große Dokumentaristen
Edition: Die großen Dokumentaristen
Reihe: Die großen Dokumentaristen
Rubrik: Dokument


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